Copyright vs. Urheberrecht

vg wort
Zum Unterschied Copyright und Urheberrecht Oftmals liest man den Satz „In Deutschland gibt es kein Copyright.“ Diese Aussage ist jedoch in dieser Form nicht ganz richtig. In diesem Artikel werde ich daher auf den Unterschied zwischen Copyright und Urheberrecht erläutern.

Das Urheberrecht in Deutschland, Frankreich und der Schweiz beruht auf dem kontinental-europäische Urheberrecht und schützt  den Urheber selbst, einschließlich seiner Person. Nach diesem Rechtsgedanken ist ein Werk im urheberrechtlichen Sinne als geistiger und kreativer Ausdruck des Urhebers ist untrennbar mit seiner Person verbunden, daher kann der Urheber seine Rechte an diesem Werk auch nie völlig abgeben. Er kann anderen nur die Lizenz erteilen, sein Werk auf bestimmte Art und Weise zu nutzen.

Das kontinental-europäische Urheberrecht  schützt  primär die wirtschaftlichen Interessen des Urhebers selbst. Der eigentliche Urheber soll für sein Werk einen gerechten Lohn bekommen. Seine Rechte werden lediglich von solchen Schranken begrenzt die dem allgemeinen öffentlichen Interesse dienen; etwa der Bildung und Forschung (vergleiche § 44a ff. UrhG).

Dem gegenüber schützt das angloamerikanische Copyright, welches in den USA Anwendung findet, das wirtschaftliche Verwertungsrecht des Verlegers.  Das angloamerikanische Copyright ist somit eigentlich ein Verwertungsrecht. Seine Grundidee ist, öffentliche Bildung und die Verbreitung von Wissen zu befördern, indem die Verwerter – in der Regel die Verleger – eine Zeitlang ein exklusives Recht erhalten, ein bestimmtes Werk zu vervielfältigen. Verlage sollen so vor Verluste geschützt sein,  wenn sie teuer ein Manuskript kaufen, erstmals setzen und drucken und dann aber nicht verkaufen können, weil die Konkurrenz billigere Kopien davon herstellt.

Während nach dem kontinental-europäische Urheberrecht  der Schöpfer eines Werkes auf seinen urheberrechtlichen Schutz nicht gänzlich verzichten kann und nach seinen Tod auf die Erben übergeht (§ 28 ff. UrhG),kann nach dem angloamerikanische Recht das Copyright vom ursprünglichen Inhaber sehr wohl ganz übertragen werden. Man spricht in diesem Fall dann von einer Public Domain.

Das Copyright-Zeichen „©“, wie man es häufig auf Bücher, CDs, Filmen, Webseiten findet hat urheberrechtlich nur deklaratorische Bedeutung. Um urheberrechtlich geschützt zu sein, muss ein Werk in Deutschland nicht extra gekennzeichnet werden; übrigens auch nicht mehr im Heimatland des ©-Zeichens, den USA. Seit 1989 muss man dort nicht mehr gesondert darauf hinweisen, dass ein Werk urheberrechtlich geschützt ist.

3 Kommentare auf “Copyright vs. Urheberrecht

  1. Vielen Dank für die Info!

    Vllt. können Sie mir kurz sagen, ob ich mein (deutsches) Urheberrecht an ein US-Unternehmen abtrete, wenn ich eine Auftragsarbeit für dieses Unternehmen erstelle, dessen Gerichtsbarkeit in Amerika ist.

    Welche Pflichten hat das Unternehmen mir gegenüber, z. B. Namensnennung?

    Schönen Gruß,
    Frank

    • Hallo Frank,

      zunächst erst einmal der Hinweis, dass im Urheberrecht zwischen den eigentlichen Urheberrechten und den Verwertungsrechten zu unterscheiden ist. Die eigentlichen Urheberrechte sind nach europäischen Recht immer dem Schöpfer des Werkes zugeordnet und können auch nicht vom Urheber übertragen werden. Diese Urheberrechte liegen immer beim Schöpfer des Werkes und Enden erst 70 Jahre nach der Tod des Urhebers (§ 64 UrhG). Auf diese Rechte kann der Urheber auch nicht verzichten oder in sonstiger Weise aufgeben.

      Als Urheber eines Werkes hast du jedoch das Recht, die Verwertungsrechte durch Vertrag zu übertragen. Zu diesen Verwertungsrechten zählen das Vervielfältigungsrecht (§ 16 UrhG), das Verbreitungsrecht (§ 17 UrhG) sowie das Ausstellungsrecht (§ 18 UrhG).

      Bei der Vertragsgestaltung hast du als der Urheber jedoch grundsätzlich das Recht auf Anerkennung deiner Urheberschaft (§ 13 UrhG). Du kannst dabei bestimmen, ob das Werk mit deiner Urheberbezeichnung zu versehen ist und welche Bezeichnung zu verwenden ist.

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